Auseinandersetzungen zwischen Rebellen und Regierung zwingen Awá zur Umsiedlung

Bild: © n.v. -

Vergangenen Donnerstag hat eine komplette Awá-Gemeinschaft beschlossen, ihre Siedlung aufzugeben und ihre Heimat zu verlassen. Es handelte sich um die Gemeinschaft Chiguirito, die im kolumbianischen Bezirk Nariño zu Hause war.

Die Awá sahen die Flucht aus dem Gebiet als letzte Alternative, ihre Familien zu retten und sich den immer stärker aufflammenden Kämpfen zwischen Rebellen und Regierung zu entziehen. Neben 76 Awá-Familien brachten sich weitere 40 Familien vor den Auseinandersetzungen in Sicherheit.

In den vergangenen Monaten häuften sich die Nachrichten von Reibereien zwischen Regierungstruppen und Rebellen im Schutzgebiet der Indianer. Dabei kam es immer wieder vor, dass Unschuldige zwischen die Fronten gerieten und verletzt oder gar getötet wurden. Dieses Jahr mussten bereits mehrere Kinder ihr Leben lassen, als sie Landminen auslösten, die von den Rebellen zur Verteidigung gegen die Armee ausgelegt wurden.1 Die kolumbianische Revolutionsarmee (FARC) beispielsweise benutzt die Schutzgebiete der Indianer häufig als Rückzugsorte oder Anbaugebiete für den Kokastrauch, um ihre Sache zu finanzieren.2 Aufgrund ihrer Abgelegenheit sind die sogenannten “Resguardos” perfekt dafür geeignet. 

Die Awá-Indianer beschwören die Konfliktparteien schon seit Jahren, den bewaffneten Auseinandersetzungen ein Ende zu bereiten, bislang jedoch erfolglos. Derzeit stehen kolumbianische Regierung und FARC aber wieder kurz vor Friedensverhandlungen. Ein für den 8. Oktober vorgesehenes Treffen in Oslo wurde um eine weitere Woche verschoben. Erste Ergebnisse werden mit Spannung erwartet.3

 


Fußnoten:
  1. Earthlink: Landmine tötet Awá-Jungen []
  2. Tagesanzeiger: Kolumbianische Farc-Rebellen töten 28 Menschen []
  3. EarthLink: Kehrt endlich Frieden in Kolumbien ein? []

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2 Antworten auf Auseinandersetzungen zwischen Rebellen und Regierung zwingen Awá zur Umsiedlung

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