Dirty Profits 5: Die schmutzigen Geschäfte der Banken

Geldscheine

Bild: © 401(K) 2012 [CC BY-SA 2.0] - Flickr

Der von Facing Finance veröffentlichte Bericht „Dirty Profits“ geht in die fünfte Runde. Die aktuelle Auflage erscheint in zwei Versionen: der englische komplette Bericht (( Facing Finance: Dirty Profits 5: Vollständige Englische Version; Stand vom 10.02.17 )) und die deutsche Verbraucherversion (( Facing Finance: Dirty Profits 5: Unser Wohlstand auf Kosten von Mensch und Umwelt!?; Stand vom 10.02.17 )), die sich speziell mit deutschen Banken auseinandersetzt. Der Bericht identifiziert mehrere Menschenrechts- und Umweltverstöße von Unternehmen, die von Banken finanziert werden und von denen Banken durch Investments profitieren. Dazu gehören: Herstellung von umstrittenen Waffen (u.a. autonome Waffensysteme) und Waffenhandel in Krisengebieten; Umweltzerstörung; Verstöße gegen generell anerkannte Arbeits- und Menschenrechte; Investitionen in Krisengebieten und finanzielle Verbrechen. (( Facing Finance: Dirty Profits 5: Vollständige Englische Version, S. 77; Stand vom 10.02.17 ))

„[S]owohl die Banken als auch die KundInnen [profitieren] von diesen kontroversen Geschäften durch Provisionen, Dividenden und Zinszahlungen.“ – Facing Finance: Dirty Profits 5: Unser Wohlstand auf Kosten von Mensch und Umwelt!?, S. 5

In Deutschland wird nur ein kleiner Teil des Kunden- und Eigenkapitals nachhaltig angelegt (71,2 Mrd Euro von 2,38 Bio. Euro) (( Facing Finance: Dirty Profits 5: Unser Wohlstand auf Kosten von Mensch und Umwelt!?, S. 4; Stand vom 10.02.17 )) Die deutsche Version des Berichts ist vor allem an Verbraucher gerichtet. Untersucht werden eine Reihe deutscher Banken, ihre Richtlinien zu verschiedenen Nachhaltigkeits-, Umwelt- und Menschenrechtsthemen und ihre Beziehungen zu kontroversen Unternehmen. Diese Unternehmen und ihre Machenschaften werden im Anschluss behandelt.

Von den zehn untersuchten Banken erhielten nur zwei positive Bewertungen (GLS Bank, Triodos Bank). Dahingegen wurden die meisten größeren Banken, wie die Commerzbank, Deutsche Bank, Postbank und UniCredit, negativ eingestuft. Diese Banken besitzen mangelhafte bzw. keine Richtlinien in Hinblick auf soziale und umweltpolitische Themen. Außerdem wurden ihnen in vielen Fällen Beziehungen zu den 14 im Bericht vorgestellten Unternehmen nachgewiesen.

Die 14 genauer behandelten Unternehmen sind in verschiedensten Bereichen tätig.  So sind Pharma-Konzerne (Bayer AG, Mylan NV), ein Ölkonzern (BP plc), die Automobilbranche (Volkwagen AG) und ein privates Sicherheitsunternehmen (G4S plc) vertreten. Außerdem behandelt werden die Rüstungsindustrie (Hanwha Corp, Leonardo SpA), ein Bauunternehmen (SNC-Lavalin Group Inc) und Konzerne, die in der IT-Branche tätig sind (Hewlett Peckard Enterprise Co.) und Palmöl herstellen (Wilmar International Ltd.). Am stärksten vertreten sind jedoch Bergbauunternehmen (Centera Gold Inc, Freeport-McMoRan Inc, MMC Norilsk Nickel PJSC, Tahoe Resources Inc).

Ihnen werden der Einsatz von umweltschädlichen Substanzen, fahrlässiger Umgang in der Ölgewinnung sowie generelle Umweltverschmutzung und Menschenrechtsverletzung vorgeworfen. In der deutschen Verbraucherversion werden Investitionen deutscher Banken und deren Finanzierung dieser Unternehmen aufgezeigt.  So unterhalten die Commerzbank, DZ Bank und die UniCredit Beziehungen zu mehr als der Hälfte der behandelten Konzerne, die Deutsche Bank sogar zu 13 der 14.

Der englische Komplettbericht befürwortet stärkere ethische Regulierung von Investitionsentscheidungen (( Facing Finance: Dirty Profits 5: Vollständige Englische Version, S. 4; Stand vom 10.02.17 )) der Finanzinstitute und setzt sich dafür ein, dass diese bindend sind. Es wird außerdem betont, dass alle Banken, die im englischen Bericht behandelt werden, sowohl BP und Freeport-McMoHan (Umweltverschmutzungen bzw. –zerstörungen), als auch Bayer (Vertrieb von umweltschädlichen Pestiziden) finanziert haben.

Über Johannes / earthlink

Ich studiere derzeit Politikwissenschaft und Soziologie an der LMU in München. Bei Earthlink möchte ich Informationen zu Themen verbreiten, die sonst kaum oder nicht beachtet werden.
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