„Mit dem falschen Fuß aufgestanden“ – ein Dokumentarfilm über das Leben eines Flüchtlings in Deutschland

"Mit dem falschen Fuß aufgestanden" Bild: © all.inclusive -

Am Donnerstag den 2. März besuchten wir, Johannes, Verena und Zoё, Praktikant, Praktikantin und Bundesfreiwillige bei earthlink, die Premiere des Dokumentarfilms „Mit dem falschen Fuß aufgestanden“ im Werkstattkino in München. Dieses Projekt wurde von drei jungen Münchner*innen unter dem Namen „all.inclusive“ auf die Beine gestellt und portraitiert in 13 Minuten den eigentlich „ganz normalen“ Alltag von Mohammad Sadeea. Es ist der zweite Film einer Reihe, die Themen wie Integration und vermeintliches „Anderssein“ thematisiert.

Die drei entwickelten das Projekt, das von „O2 Think Big“ unterstützt wird, um ein Umdenken in der Gesellschaft zu erreichen: Anderssein ist nicht im Menschen begründet, sondern in der Wahrnehmung der anderen. Nach einem Film über die Beinprothesen eines der Produzenten, festigte sich dann im Sommer die Idee, auch über einen Flüchtling zu drehen. Bei dem Dokumentarfilm, der durchaus auch einen „Spielfilmcharakter“ aufweist, war es ihnen wichtig, nicht die Flucht an sich zu thematisieren, sondern Mohammad als Menschen zu präsentieren – wie er ist, mit seinen Eigenheiten und Wünschen.

Trotz der lockeren Atmosphäre überrascht der Film durch seine Tiefgründigkeit. Der Titel „Mit dem falschen Fuß aufgestanden“ wird mit einem Schmunzeln klarer, als Mohammad damit die Frage beantwortet, warum er denkt, weshalb manche Menschen ihn nicht grüßen. Damit gibt er gleichzeitig eine Entschuldigung für manche Deutsche, zeigt aber ebenfalls, dass wir uns nicht voneinander unterscheiden – wir alle sind mal mit dem „falschen Fuß“ aufgestanden. So unterscheidet sich auch sein Alltag im Prinzip nicht von unserem, er geht arbeiten, genießt Zeit mit seiner Familie und geht gerne mal abends auf den Christkindlmarkt oder unternimmt anderes mit Freunden. Und trotzdem, vielleicht aber auch gerade deswegen, wirft der Film einen ganz anderen Blick auf die Thematik.

Die Motivation der drei Produzent*innen, einen Film mit Mohammad zu drehen, wird schnell klar und auch die danach angehängte kleine Diskussionsrunde mit einem Experten zeigt die Motive noch einmal auf. Spannend war es auch zu hören, welche Vorurteile man in Syrien den Deutschen gegenüber hegt – wie etwa, dass unsere Partys langweilig seien. Das rundete den Abend entspannt und lustig ab und unterstrich die Message der Veranstaltung: Seid offen, unterhaltet euch, stellt euch gegenseitig Fragen über eure Kulturen und lernt euch kennen.

Wer jetzt neugierig geworden ist, kann den Film entweder am 20. März im „Lost Weekend“ in der Schellingstraße gegenüber der LMU, oder nach der zweiten Premiere dann auf YouTube ansehen. Mehr Informationen zu dem Projekt findet ihr auf der Facebook-Seite von all.inclusive. Es freut uns zu sehen, dass gerade so junge Menschen ihre Hobbys und Interessen nutzen, um auf diese aktuellen Themen aufmerksam zu machen – das ist ihnen mit diesem Dokumentarfilm eindeutig gelungen.

Über Zoë / earthlink

Ich bin Zoë und habe dieses Jahr die Schule mit dem Abitur beendet. Vor meinem Studium möchte ich mich hier sozial engagieren und mehr über entwicklungspolitische Hintergründe erfahren. Als Bundesfreiwillige freue ich mich earthlink für 6 Monate begleiten zu dürfen!
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