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Titel: |
Die Einkaufsrevolution.
Konsumenten entdecken ihre Macht
318 Seiten - Blessing Verlag.
ISBN:
, |
| Autor: |
Tanja Busse
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| Preis: |
EUR 14,95
(lt. amazon.de, Stand 12/06) |
Buchbesprechung:
Der neue Teppich, eben noch eine Freude, weil günstig erstanden, macht auf einmal Bauchschmerzen: Tanja Busses Recherchen zu ihrem Buch ergeben, dass er womöglich von einem Kind, das in Indien wie ein Sklave gehalten wird, gemacht wurde. Woher sie das weiss, erfahren wir neben vielen anderen höchst interessanten Hinter-die Kulissen-Blicken in ihrem spannenden Buch "Die Einkaufsrevolution".
Doch zunächst erklärt uns die Journalistin und WDR-Redakteurin, was es mit dem Konsum auf sich hat - warum wir wie konsumieren und welchen Einfluss die Werbung darauf hat. In zwölf weiteren Kapiteln beschreibt Busse dann Herstellungsprozesse und Inhaltsstoffe, die - immer stärkere - Rolle der Wirtschaft und die - immer schwächere - der Politik. Und wie der Bürger als Verbraucher sich dazu verhalten kann. Sie geht auf die landwirtschaftliche Produktion in Deutschland ein und wie diese mit der in weit entfernten Ländern - zum Beispiel der Sojaproduktion in Brasilien - verquickt ist. Welche Auswirkungen Subventionen in Europa auf den Markt in Kamerun haben, beschreibt Busse ebenso spannend wie die Art und Weise, in der RFID-Chips unser (Konsumenten-)Leben verändern können. Und sie hat ein Anliegen, nämlich in uns den "Politischen Konsumenten" zu wecken: "Je weiter sich nun der Markt ausbreitet und je weiter sich der Staat aus seinen Kerngebieten zurückzieht, desto wichtiger wird es für die Bürger, ihre Stellung gegenüber der Wirtschaft zu stärken." Der politische Konsument nämlich verhält sich anders als der gedankenlose: Er bestimmt mit seinem Einkauf, dass die Dinge auf den Markt kommen, die "korrekt", sprich fair gegenüber Mensch, Tier und Umwelt erzeugt werden. Nur dann werden auch die Firmen ihre Produktionsweisen und die Inhaltsstoffe ihrer Erzeugnissen ändern - den Wünschen der Verbraucher angepasst.
Als ein gutes Beispiel zum regionalen Konsum führt Busse die Praktik des "Kattendorfer Hofes" bei Hamburg an, der eine interessante Form der Direktvermarktung gefunden hat: Die Teilnehmer zahlen einen Monatsbeitrag und können sich dann aus "Speisekammern" in der Stadt selbst mit den Erzeugnissen des Hofes, die fast das ganze Nahrungsspektrum abdecken, bedienen.
Eine sehr informative, engagiert und flüssig geschriebene Markt- und Konsumanalyse für Leser, die sich näher für den derzeitigen Zustand unserer Wirtschaft interessieren.
Buchbesprechung von Andrea Reiche
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