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Projekte: Eine Brücke für
die Awa
Projektkurzbeschreibung
Hintergrund
Das Volk der Awa zählt etwa 18.000 Personen in den Municipios (etwa Landkreise) von Barbacoas, Ricaurte und
Tumaco, im Department Narino, im Süden Kolumbiens. Das Awa-Territorium liegt in einer tropischen Zone an der
Westseite der Anden zum Pazifik und verzeichnet mit die höchsten jährlichen Niederschlagsmengen weltweit.
Der größte Teil ist mit tropischem Regenwald bedeckt und im engeren Projektgebiet sehr bergig und steil.
Die Awa leben fast ausschließlich in Subsistenzwirtschaft. Mit Ausnahme der Lehrer und einzelner UNIPA-Mitarbeiter
haben sie keine festen Einkommen. Um für sie wichtige Waren, wie Salz, Kleider, Gummistiefel, Werkzeug, etc.
kaufen zu können, müssen sie ihre Produkte (Mais, Kochbananen, Yuca, Bohnen, Zuckerrohr, Hühner,
etc.) an der Hauptstraße Pasto-Tumaco verkaufen.
Die staatliche Gesundheitsversorgung steht den Awa zwar prinzipiell zur Verfügung, die tatsächliche Erreichbarkeit
ist aber aufgrund ihrer abgelegenen Siedlungen sehr eingeschränkt. An der Hauptstraße Pasto-Tumaco sind
Gesundheitsposten - so bspw. auch in El Diviso - die allerdings nicht täglich von Ärzten besetzt sind.
Indianer werden im Krankenhaus oft als Menschen dritter Klasse behandelt. Die öffentlichen Bildungseinrichtungen
berücksichtigen nicht die Kultur und Tradition der Awa und sind ebenfalls für viele nicht oder nur schwer
erreichbar. Die Awa sind deshalb bestrebt ein eigenes, auf ihre Tradition basierendes, Gesundheits- und Bildungssystem
aufzubauen. Dies ist ein langer Prozess und wird noch einige Jahre benötigen.
Eine ausführlichere Beschreibung des Projektgebietes, der wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen
Situation der Awa sowie das Selbstverständnis der Awa zu ihrem Land findet sich in dem Originalantrag der
UNIPA.
Etwa 4.000 Personen in den Awa-Gemeinden der Resguardos Gran Sabalo, Cuambi Yaslambi, Cuasbil Faldada, Pinguyo
Sardinero, Guacamaya und Nulpe Medio profitieren unmittelbar von dem Projekt.
Die genannten Gemeinden und ihre Autoritäten haben gemeinsam mit der UNIPA ihre Bedürfnisse an eine Entwicklung
in ihrem Gebiet identifiziert. Während großer Versammlungen in den Gemeinden priorisierten sie den Bau
einer neuen Brücke über den Rio Güiza bei El Diviso. Die Brücke verbindet die Indianergebiete
südlich des Rio Güiza bis zur ecuadorianischen Grenze mit dem Ort El Diviso, an der Straße Tumaco-Pasto.
Die Lage der Brücke ist ideal, da sie an der schmalsten Stelle des Flusses liegt. Die Indianer nehmen einen
Fußweg von bis zu 12 Stunden auf sich, um an die Straße zu kommen. Der ersatzlose Wegfall der zu erneuernden
Brücke würde einen Umweg von einem Tag Fußmarsch bedeuten, bis zur nächsten Möglichkeit
den Fluß zu überqueren.
Die seit 40 Jahren dort bereits bestehende, etwa 68 Meter lange Hängebrücke ist heute in einem bedenklich
schlechten Zustand und es sind in den letzten Jahren schon viele Personen von der Brücke gefallen, mindestens
zwei starben in den reißenden Fluten des Rio Güiza. Die 4 Stahlseile sind stark verrostet und vor etwa
drei Monaten riß eines. Es wurde von den Awa notdürftig repariert (siehe Fotos) . Das Überqueren des Flusses ist damit noch gefährlicher
geworden. Kinder können die Brücke nicht alleine begehen, sondern müssen von den Erwachsenen getragen
werden. Auch der Transport von Kranken, Tieren oder anderen Produkten, die die Awa an die Straße in El Diviso
bringen wollen, ist sehr schwierig und gefährlich.
Das Resguardo Gran Sabalo (es ist mit Abstand das größte der genannten) liegt im Zentrum des Awa-Territoriums
und konnte bisher in großen Ausdehnungen in seiner Ursprünglichkeit bewahrt werden. Mit dem Willen,
diese Ursprünglichkeit auch weiterhin zu erhalten entschieden sich die Awa-Gemeinden bewußt dafür,
die Brücke nur für Fußgänger zu bauen und nicht für Lasttiere oder motorisierte Gefährte
benutzbar zu machen. Die Awa selbst haben keine Lasttiere oder Motorräder bzw. Autos, da die meisten Wege
nur zu Fuß bewältigt werden können. Sie befürchten, daß eine zu breite Brücke Fremden
den Zugang zu ihrem Gebiet erleichtert und damit der Druck auf ihren Lebensraum noch vergrößert wird,
bspw. durch kommerziellen Holzeinschlag, Viehzucht oder Ölpalmplantagen.
Projektziel
Ziel des Projektes ist es, den Zugang der Bevölkerung der genannten Awa-Gemeinden zum Ort El Diviso zu erhalten
und sicherer zu machen und damit die Lebensverhältnisse der betroffenen Menschen direkt zu verbessern. Die
Verbindung nach El Diviso wird benötigt für den Zugang zur medizinischen (nicht-indianischen) Grundversorgung,
den Marktzugang der Awa um die Produkte verkaufen und benötigte Waren kaufen zu können, sowie für
den Zugang von Kindern, die eine Schule in El Diviso besuchen sollen.
Die Verbindung aus dem genannten Indianergebiet nach El Diviso ist nur mittels einer Brücke über den
Rio Güiza möglich, da der Fluß in diesem Abschnitt zu reißend ist, die Ufer zu steil sind
und damit der Fluß nicht von Kanus überquert werden kann. Die bestehende, schadhafte Hängebrücke
soll durch eine neue Brückenkonstruktion aus Beton, Stahlseilen und Holz ersetzt werden.
Technische Umsetzung
Die neue Brücke hat eine Länge
von 66 Metern zwischen den Stützpfeilern. Bei mittlerem Wasserstand ist sie ca. 10 Meter über der Wasseroberfläche,
bei Höchstwasserstand noch 1,5 Meter. Sie ist ebenfalls als Hängebrücke konstruiert. Die Stützpfeiler
und die Verankerungen der Stahltragseile werden aus Beton vor Ort gebaut. Der Boden und das Geländer wird
aus Holz aufgebaut und getragen von einer Eisenstruktur. Zum Schutz des Holzes vor den heftigen Regenfällen
ist ein Dach mit Holzkonstruktion und Zinkblech vorgesehen. Die Brücke wurde von einem Bauingenieur bereits
im Detail entworfen.
Um die lokalen Ressourcen, wie vor allem die Arbeitskraft der Awa, bestmöglich auszunutzen, wurde die Brücke
als zusammenfügbare Schraubkonstruktion aus Holz- und Eisenelementen entworfen. Die Arbeitskraft der Awa wird
außerdem für den Transport des Baumaterials von dem Ort El Diviso hinunter an den Fluß und für
das Fällen, und Transportieren des benötigten Holzes benötigt. Aus Erfahrungen beim Bau von inzwischen
15 Aquädukten und 30 Schulen auf diese Weise, wird geschätzt, daß die Awa etwa 60% der Arbeitskosten
selbst erbringen können. Übrig bleiben im wesentlichen die Kosten für die notwendige technische
Fachaufsicht und spezielle Handwerker.
Das für den Brückenbau benötigte Material wird soweit nötig in Pasto, der Hauptstadt des Departments
besorgt (Zement, Stahlseile, Schrauben etc.) oder kann aus dem Indianergebiet direkt bezogen werden (vor allem
Holz, Sand).
Projektdauer und -phasen
Notwendige Vorarbeiten, vor allem die Entscheidungsfindung und die Bauplanung, wurden im letzten Vierteljahr
bereits durchgeführt.
Für das Besorgen des Baumaterials, den Transport desselben sowie die Vorbereitung des Bauplatzes wird ein
Monat angesetzt.
Für die Konstruktion und Montage der Brücke werden maximal zwei bis drei Monate benötigt.
Der Abschlußbericht wird im vierten Monat erstellt.
Das Projekt kann somit innerhalb von 4 Monaten ab Mittelverfügbarkeit abgeschlossen werden:
Nachhaltigkeit des Projektes
Aus dem Projekt erwachsen geringe Folgekosten für die Erhaltung der Brücke. Für die Wartung und
eventuelle Reparaturen verpflichten sich die Indianergemeinden aufzukommen, die auch den Nutzen von der Brücke
haben. Arbeitszeit der Awa und Holz kann dabei kostenfrei eingesetzt werden. Andere auftretende Kosten, z.B. ein
neues Zinkdach nach ca. 10 Jahren oder technische Überprüfungen, decken die Resguardos aus den Mitteln,
die ihnen laut kolumbianischer Verfassung von Staat zur Verfügung gestellt werden und über deren Verwendung
sie frei verfügen können.
Projektpersonal
Für das Kurzzeitprojekt wird kein zusätzliches Personal beim Projektträger angestellt. Es wird der
Bauingenieur, der auch die Brückenplanung erstellt hat, auf Honorarbasis beauftragt, den Brückenbau verantwortlich
zu beaufsichtigen. Die für die Konstruktion und Montage benötigten Handwerker werden ebenso beauftragt.
Die von der Brücke profitierenden Awa-Gemeinden stellen ausreichend Arbeitskräfte für die o.g. Arbeiten
zur Verfügung.
Projektvorbereitungen
Die vorliegende Projektbeschreibung basiert auf dem von der UNIPA selbst erstellten Projektantrag „Proyecto de
construcción del puente peatonal colgante sobre el rio Güisa comino el Diviso resguardo indígena
Awá del Gran Sábalo".
Der Brückenbau wurde in einem partizipativen Prozess durch die betroffene Bevölkerung und deren Vertretungsorgane
mit höchster Priorität für die Entwicklung der Region eingestuft. Trotzdem haben weder die kolumbianische
Regierung noch das Municipio Barbacoas einen Finanzierungsantrag der Awa bewilligt, da Fußwege in den Resguardos
nicht in ihrem Zuständigkeitsbereich liegen.
Detaillierte technische Studien und Planungen für den Bau der Brücke wurden schon vor Antragsformulierung
von der UNIPA und dem Resguardo Gran Sabalo in Auftrag gegeben und sind nun abgeschlossen. Die wichtigsten Konstruktionspläne
(gesamte Längsansicht, Detail aus Längsansicht, Querschnitt des Überganges mit Geländer und
Dach, Detailansicht der Brückenaufhängung) sowie die ausführliche Berechnung der ausgewählten
Lösung (in spanisch) können auf Anfrage verschickt werden bei. Bei Bedarf können auch alle 17 Detailzeichnungen
zur Verfügung gestellt werden.
Finanzierungsplan
| Voraussichtliche Ausgaben |
col. Pesos
|
ca. DM
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| Planungskosten |
6.000.000
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7.600 DM
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| Material für den Brückenbau incl. Transport bis El Diviso |
90.000.000
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114.300 DM
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| Honorar für die Bauleitung |
6.000.000
|
7.600 DM
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| Transport zum Bauplatz / Montagekosten / Handwerker |
5.000.000
|
6.300 DM
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| Projektausgaben |
107.000.000
|
135.900 DM
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| von den Awa werden selbst aufgebracht: |
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| Planungskosten |
6.000.000
|
7.600 DM
|
| zusätzliches Material (Sand, Holz) |
4.000.000
|
5.100 DM
|
| zusätzliche Arbeitsleistungen |
7.000.000
|
8.900 DM
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| zusätlich eingeworbene Sachspenden (Stahlseile, Eisenteile) |
11.000.000
|
14.000 DM
|
| von den Awa getragene Kosten |
28.000.000
|
35.600 DM
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| noch nicht gedeckte Kosten: |
79.000.000
|
100.300 DM
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| voraussichtlicher Wechselkurs |
1.000
|
1,27 DM
|
| bei Annahme, daß 1US$= |
1.500
|
1,90 DM
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8888500 bei der
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In
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und Entwicklung (BMZ)
Wir bedanken uns herzlich bei
für ihre Unterstützung bei der
Realisierung von
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