Projekte: Schutz des Gebietes des Awa-Volkes in Kolumbien
Bisher durchgeführte Landkäufe (nicht vollständige Liste):
14. Landkaufmaßnahme "Nestor Alfonso Lopez" Der Siedler Nestor Alfonso Lopez lebt seit etwa 20 Jahren im Gebiet der Awa-Indianer der Gemeinde Albicito. Sein zum Verkauf stehendes Grundstück ist etwa 50 Hektar groß und bis auf die flußnahen, sehr fruchtbaren Flachen, mit ca. 40 Hektar primärem Regenwald dicht bewaldet (she. Bild). Der Siedler kann für das Land einen ordentlichen Landtitel vorweisen. Das Grundstück stößt auf ca. zwei Kilometern Länge an den Fluß "Rio Güiza", dessen Uferbereich in dieser Zone als einer der fruchtbarsten Böden des Indianergebietes gilt. Der Siedler hat in diesem Bereich verschiedenste landwirtschaftliche Produkte angebaut.
Das Landstück grenzt unmittelbar an das bereits anerkannte Indianergebiet (Resguardo Albicito) und könnte, wenn es im Eigentum der Indianergemeinde wäre, von der zuständigen Behörde in das bestehende Resguardo rechtlich eingebunden werden. Hierdurch erhält es dann auch den offiziellen Status als Indianergebiet, das zum einen nicht mehr verkauft werden kann und zum anderen Nutzungsbeschränkungen unterliegt, so daß beispielsweise die Umwandlung in Palmölplantagen oder ähnliche zerstörerische Nutzungsweisen nicht mehr möglich sind.
Für den Kauf des Grundstückes müssen inclusive der Kosten für die organisatorische Abwicklung 13.200.000 Pesos (ca. 16.900 DM) aufgebracht werden. In Anbetracht, daß es sich um zum Teil sehr fruchtbares Land handelt und dieses gut bestellt ist und zahlreiche Fruchtbäumen vorhanden sind, ist der erzielte Kaufpreis recht günstig.
13. Landkaufmaßnahme "Juan Andres" Der Siedler Juan Andres besitzt innerhalb des kleinen Reservates "Guasbil-La Faldada" (angrenzend an das große Reservat "Gran Sábalo") ein fast vollständig bewaldetes Grundstück von etwa 50 Hektar, das bei der Reservatsfestlegung ausgespart blieb, obwohl es auf der "Indianerseite" des Rio Güiza liegt. Trotzdem Juan Andres weder auf diesem Grundstück lebt, noch es bewirtschaftet, schickaniert er die Awa, indem er ihnen beispielsweise verbietet, sein Land zu durchqueren. Da dies jedoch der Hauptweg aus dem Reservat zur Straße ist, sind sie ständiger Konfrontation ausgesetzt. Die staatliche Stelle INCORA, die für die Landreform zuständig ist, würde paradoxer Weise den Landkauf nur finanzieren, wenn der Siedler das Land "verbessert", sprich gerodet und landwirtschaftlich genutzt hätte. Da dies aber weder im Interesse der Awa noch im Interesse des Regenwaldschutzes ist, soll der Kauf möglichst schnell durch andere Mittel ermöglicht werden. Der Verkaufspreis liegt entsprechend Lage und Zustand der Fläche bei knapp DM 10.000. Hinzu kommen Kosten für die organisatorische Abwicklung des Kaufs in Höhe von erfahrungsgemäß etwa 20% des Kaufpreises.
12. Landkaufmaßnahme "Pedro Cuasaluzan"
Der Siedler Pedro Cuasaluzan bewirtschaftet ein etwa 5 Hektar großes Grundstück im Bezirk der Awa-Gemeinde Santa Rosita. Das Gebiet der Gemeinde Santa Rosita ist eine der schwierigsten Fronten an denen die Awa um die Erhaltung Ihres Lebensraumes kämpfen. Hier treffen die Awa räumlich auf die Gemeinden der Schwarzen und Mestizen und sind am stärksten von der zerstörerischen Ausbeutung der Naturressourcen, einem Kulturschock und zum Teil offenem Rassismus gegenüber den Indigenen betroffen. Die Awa haben hier nur vergleichsweise kleine Flächen zur Verfügung, auf denen sie ihre traditionelle Lebensweise verwirklichen können. Sie wollen deshalb das recht fruchtbare Land von Pedro Cuasaluzan kaufen, um es in einem Pilotprogramm mit einheimischen Baumarten aufzuforsten.
Die Anwesenheit Pedro Cuasaluzans und seiner Familie stellt auch ein soziales Problem dar, da diese bereits mehrfach des Diebstahls und der Gewalttätigkeit überführt wurde und sie somit zu einem Destabilisierungsfaktor in dem ohnehin störungsanfälligen sozialökologischen Gefüge werden kann.
Der vergleichsweise hohe Preis von 2,5 Millionen Pesos, umgerechnet etwa DM 4300, ist durch die relative Nähe zur regional wichtigsten Stadt, Tumaco und durch den fruchtbaren Boden kaum mehr nach unten zu drücken. Hinzu kommen Kosten für die organisatorische Abwicklung des Kaufs in Höhe von erfahrungsgemäß etwa 20% des Kaufpreises.
Landkaufmaßnahme "Gilberto Villacorte" (Finanziert durch Awa-Gemeinde)
Der Siedler Gilberto Villacorte lebt seit 20 Jahren im Gebiet der Awa-Indianer der Gemeinde Albicito auf einem etwa 100 Hektar großen Grundstück, das er von seinem Vater geerbt hat. Das Grundstück ist zu 80 Prozent bewaldet, da nur etwa 20 Prozent landwirtschaftlich nutzbar sind. Seit einigen Jahren registrieren die Awas immer wieder Übergriffe von ihm auf ihr Land und er wurde auch schon mehrmals handgreiflich.
Sr. Villacorte ist nun, nach langen Verhandlungen der Awa-Gemeinde, bereit, das Awa-Gebiet zu verlassen und das Land den Awa zu überlassen. Die Awa-Gemeinde konnte diesen Landkauf aus ihren eigenen sehr begrenzten Mitteln selbst finanzieren, da Sr. Villacorte schließlich mit dem Verkaufspreis sehr entgegen kam.
11. Landkauf "Jose Pai"
Kauf von etwa 50 Hektar Land des Siedlers Jose Pai.
Der Siedler Pai hat das zum Verkauf stehende Land vor etwa 20 Jahren erworben und möchte es nun von sich aus lieber in indianische Hände geben, als es anderweitig zu verkaufen. Das zu kaufende Land liegt im Gebiet des (noch nicht anerkannten) Resguardos La Brava; von der Siedlung Espriella aus etwa 2 ½ Stunden Fußweg. Das Grundstück besteht aus 13 ha Pflanzungen (Bananen, Kochbananen, Orangen, Zuckerrohr, Fruchtbäume u.a., einige Hektar Felder und 30 ha tropischen Primärregenwaldes. Das Grundstück liegt genau in einer Konfliktzone zwischen der Awa-Gemeinde von La Brava und COOPALMACO, einer Gesellschaft die Ölpalmplantagen betreibt.
Der Preis für den Landkauf liegt mit 145 DM je Hektar leicht über dem bisherigen Durchschnitt. Da auf dem Grundstück ein Holzhaus steht, der Boden fruchtbar und zum Teil bepflanzt ist, erscheint der Preis aber nicht zu hoch. Dabei ist auch zu berücksichtigen, daß der bisherige Durchschnittspreis sich durch extrem niedrige Hektarpreise einzelner Projekte errechnet, bei denen die Vorbesitzer keine Landtitel besaßen sondern von diesen lediglich Nutzungsrechte abgelöst werden mußten. Der Landkauf ist in diesem Fall wie auch in dem Fall Nr. 10 im besonderen Maße von strategischer Bedeutung.
Kosten insgesamt: 4.800.000 kolumbianische Pesos = ca. 9.000 DM
10. Landkauf "Jesus Alejandro Nastacuaz Perez"
Kauf von rd. 67 Hektar Land des Siedlers J.A. Nastacuaz Perez.
Das zu kaufende Land liegt an der Grenze des (noch nicht anerkannten) Resguardos La Brava; von der Siedlung Espriella aus etwa 1 ½ Stunde Fußweg. Das Grundstück besteht aus 11 ha Feld für Anpflanzungen, 1 ha Weiden und 55 ha tropischen Regenwaldes. Der Siedler Perez hat das zum Verkauf stehende Land von seiner Mutter vor etwa neun Jahren geerbt. Das Grundstück liegt genau in einer Konfliktzone zwischen der Awa-Gemeinde von La Brava und COOPALMACO, einer Gesellschaft die Ölpalmplantagen betreibt.
Die UNIPA wurde seinerzeit gegründet, um für die Landrechte der Awa-Gemeinden von La Brava zu kämpfen. Paradoxerweise wurde seitdem die Anerkennung verschiedener anderer Resguardos erreicht, aus politischen Gründen aber nicht die von La Brava. Die Awa verfolgten deshalb zunächst eine Politik der Gebietsbesetzung durch die Awa, um so ihren Gebietsanspruch deutlich zu machen und bzw. nicht zu verlieren. Im Dezember wird nun INCORA, die kolumbianische Behörde für die Agrarreform, mit der Vermessung des Resguardos La Brava beginnen. Strategisch ist es deshalb besonders wichtig, daß der vorgeschlagene Landkauf kurzfristig abgewickelt werden kann, damit das Gebiet in indianische Hände kommt und gleich in das neue Resguardo integriert werden kann.
Der Preis für den Landkauf liegt mit 135 DM je Hektar leicht über dem bisherigen Durchschnitt und erscheint mir aufgrund des fruchtbaren Bodens, der zahlreiche Fruchtbäume, der gerodeten Weide und der geografischen wie juristischen Lage als günstig . Der Landkauf würde ist im besonderen Maße von strategischer Bedeutung.
Kosten insgesamt: 6.000.000 kolumbianische Pesos = ca. 11.000 DM
9. Landkauf "Nohora Estela Lopez Garcia"
Kauf von rd. 100 Hektar Land der Siedlerin Nohora Estela Lopez Garcia.
Das zu kaufende Land liegt im nördlichen Bereich des anerkannten Resguardo Gran Sábalo; von der Guayacana-Siedlung aus 1 ½ Stunde durch den Rio Güiza, und besteht aus 8 ha Weide, 6 ha Pflanzungen (Kochbananen, Yuka, Bananen- und andere Fruchtbäume ); 30 ha fruchtbaren und halbvorbereiten Boden für die pflanzung von Mais und versch. Fruchtbäume, Bohnen usw.; 50 ha befinden sich auf eine aus tropischen (Feucht-)Wald bestehende Ebene. Das Grundstück liegt in de Nähe der Straßenverbindung Pasto-Tumaco.
Die aus Altaquer stammende Großmutter der Siedlerin Nohora Estela Lopez Garcia war Anfang dieses Jahrhunderts mit vielen ihrer großeren Kinder in diese Region gekommen. Die Siedlerin, hat dieses dann 1983 geerbt und bietet es nun zum Verkauf an.
Der Preis für den Landkauf liegt mit 210 DM je Hektar relativ hoch, aber aufgrund des fruchtbaren Bodens, der zahlreiche Fruchtbäume, der gerodeten Weide und der Lage angemessen.
Kosten insgesamt: 12.000.000 kolumbianische Pesos = ca. 25.000 DM
8. Landkauf "Aurelio Yascuaran Bolaños"
Kauf von rd. 100 Hektar Land des Siedlers Aurelio Yascuaran Bolaños.
Das zu kaufende Land liegt im Bezirk Cuasbil, im Municipio von Tumaco, am Rio Güiza, in direkter Nachbarschaft zum bereits anerkannten Resguardo Gran Sabalo und besteht aus 6 ha Weide, 10 ha Pflanzungen (Zuckerrohr, Kochbananen, Yuka, verschiedene Palmen) und zahlreichen verschiedenen Fruchtbäume. Das Grundstück ist nur eine Fußweg von dem Ort El Diviso enfernt und liegt damit sehr nahe an der Straßenverbindung von Tumaco-Pasto, die z.Zt. geteert wird.
Der Vater des Siedlers kam vor vielen Jahren als Arbeiter an der Eisenbahnstrecke und ließ sich dann im Awa-Territorium nieder. Der Siedler Yascuaran Bolaños ist nun bereit sein Grundstück (bezeichnet als "San Antonio") zu verkaufen. Es scheint dringend angezeigt, das Gebiet schnellstmöglich zu kaufen, da mit voranschreitendem Straßenbau einerseits der Preis deutlich steigen wird, andererseits Druck von anderen "einschlägigen" Interessen zunehmen wird. Das Gebiet wir nach dem Kauf rechtlich dem Resguardo Gran Sábalo angegliedert werden.
Der Preis für den Landkauf liegt mit 90 DM je Hektar sehr niedrig, was vor allem auf den großen Waldanteil zurückzuführen ist, der im Vergleich zu landwirtschaftlich bearbeiteter Fläche nichts wert ist. Der landwirtschaftlich genutzte Teil wird auch hier zur Verbesserung der Subsistenzwirtschaft der Indianergemeinde führen, da diese die Bewirtschaftung fortsetzen wird. Mit dem Kauf des fraglichen Landes kann ein weiteres Puzzleteil für die Abrundung und damit Sicherung des Resguardos eingefügt werden.
Kosten insgesamt: ca. 13.700 DM
7. Landkauf "Baudilio Villacorte"
Kauf von rd. 60 Hektar Land des Siedlers Baudilio Villacorte
Das zu kaufende Land liegt im Municipio von Tumaco, am Rio Güiza, in direkter Nachbarschaft zum bereits anerkannten Resguardo Gran Sabalo und besteht neben kleineren Waldstücken aus 12 ha Weide, 25 ha Pflanzungen (Kochbananen, Yuka und verschiedenen Palmen und Fruchtbäumen). Die Villacortes haben seit über 15 Jahren ihre Finca. Ihre Hauptwohnung ist jedoch an der Straße bei Guayacana, etwa 2 Stunden Fußweg entfernt.
Das hier zum Kauf vorgeschlagene Land ist Bestandteil des von den Awa ausgearbeiteten Sanierungsplanes und bildet mit drei benachbarten Grundstücken einen Keil vom "Grenz"-Fluß (Rio Güiza) aus in das Indianergebiet. Das Land von Baudilio Villacorte liegt direkt am Fluß auf der Uferseite des Resguardos Gran Sabalo und damit sehr nahe der Straße, von der aus in den nächsten Jahren ein größerer Einfluß der Mestizen und ein starker Preisanstieg erwartet wird. Das Land ist sehr fruchtbar und hat bereits das Interesse von Großgrundbesitzern aus Cali und Cauca geweckt. Deshalb wird der Landkauf zum jetzigen Zeitpunkt als sehr wichtig eingeschätzt. Die Awa haben zu den Villacortes ein gutes Verhältnis, weshalb Baudilio Villacorte auch bevorzugt an die Indianer verkaufen will.
Der Preis liegt mit 220 DM je Hektar aufgrund des fruchtbaren Landes, der zahlreichen Fruchtbäumen und der gerodeten Weide etwas höher als im Fall 6. Der landwirtschaftlich genutzte Teil wird auch hier zur Verbesserung der Subsistenzwirtschaft der Indianergemeinde führen, da diese die Bewirtschaftung - mit Ausnahme der Weide - fortsetzen wird. Mit dem Kauf des fraglichen Landes kann ein weiteres Puzzleteil für die Abrundung und damit Sicherung des Resguardos eingefügt werden.
Kosten insgesamt: 6.000.000 kolumbianische Pesos = ca. 14.000 DM
6. Landkauf
60 Hektar
Kosten insgesamt: ca. 11.000 DM