Menschenrechtslage in Reisekatalogen?

Klaus Brähmig, Vorsitzender des Tourismusausschusses des Deutschen Bundestags hatte Anfang Juli gefordert, dass Reiseveranstalter in ihren Katalogen explizit auf die Menschenrechtssituation der einzelnen Destinationen hinweisen sollten. Gute Praxis sollte dabei belohnt, Boykottaufrufe vermieden werden. Unterstützung fand er bei den einzelnen Fraktionen und einigen Vertretern der Reisebranche. Jürgen Büchy, Präsident des Deutschen Reiseverbands sieht diese Forderung kritisch: „Wir können den Menschen nicht vorschreiben, in welches Land sie reisen dürfen und in welches nicht. Diese Entscheidung muss jeder selbst fällen.“ Nur Behörden wie das Auswärtige Amt könnten tatsächlich einschätzen, inwieweit Menschenrechtsverletzungen stattfinden. Amnesty International begrüßte die Verweise der Reisebranche auf Hinweise des Auswärtigen Amtes, regte aber an, sich bereits im Vorfeld Unterstützung durch einzelne Menschenrechtsorganisationen zu holen und deren Informationen einzubinden. Die wirtschaftlichen Auswirkungen entsprechender Hinweise hält Kristiane Klemm,  ehemalige Dozentin für Tourismusentwicklung der Universtität Berlin, für gering: „Für Touristen steht die Menschenrechtslage eines Landes oft nicht im Zentrum ihrer Reiseentscheidung.“ Hier seien Motiv, Klima und Preis entscheidendere Faktoren.

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