Dirty Profits: Milliardengewinne auf Kosten der Menschenrechte – Ein Bericht der Kampagne Facing Finance wird in Berlin vorgestellt

Am Montag dieser Woche wurde in Berlin der Bericht der Kampagne Facing Finance vorgestellt. Die umfasst eine Analyse von 28 sowie 16 Finanzdienstleistern, die Umsätze in Millionenhöhe machen, indem sie Umwelt – und Menschenrechts-standards missachten.

Die Studie untersucht die ethisch fragwürdigen Machenschaften von internationalen Unternehmen, wie Textron und H&M, sowie Geldinstituten, wie der Commerzbank und der Allianz. Sie belegt, wie die Finanzbranche in Unternehmen mit menschenrechtswidrigen Geschäftsmethoden investiert: Mit ihren Transaktionen unterstützen deutsche Banken und Versicherungen Unternehmen, die Umwelt- und Menschenrechtsstandards verletzten. [1] Report Facing Finance Der Bericht untersuchte seit Anfang 2010 16 ausgewählte europäische Finanzdienstleister und 28 Unternehmen und zeigt auf, wie die Geldinstitute durch die Geschäftsbeziehungen mit den Firmen mehr als 44 Milliarden Euro Profit gemacht haben. [2] Report Facing Finance

Unter den profitierenden Firmen sind insbesondere Rohstoffunternehmen und Konzerne der Rüstungsindustrie, die mit ihren Geschäftsmodellen auch international festgelegte Normen missachten. Aber auch Elektronik- oder Textilriesen wie Foxconn, Samsung oder H&M profitieren offenbar von ausbeuterischer und anderen arbeitsrechtlichen Verstößen: Die von Facing Finance untersuchten Unternehmen machten 2011 einen Umsatz in Höhe von 1,22 Billionen Euro. [3] Facing Finance – Dirty Profits

Obwohl viele deutsche Banken und Versicherungen, wie z.B. die Deutsche Bank, Selbstverpflichtungen bezüglich Menschen- und Umweltstandards unterzeichnet haben, spiegelt sich diese ethische Festlegung nicht in ihrer Finanzierungspraxis wider. Obwohl die Bank sich im Jahr 2008 selbst verpflichtet hatte, auf die direkte Finanzierung der Produktion von Streubomben zu verzichten, hält sie nach wie vor Geschäftsbeziehungen zu Herstellern von Streumunition, wie Lockheed Martin und anderen großen Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall. [4] Report Facing Finance So belegt die Recherche von Facing Finance, dass die Deutsche Bank über den Bereich Vermögens-verwaltung weiterhin in die Herstellung von Streumunition involviert ist [5] Die Zeit – Die bombensicheren Investments deutscher Banken und Versicherungen .

Der Bericht fordert schließlich Finanzdienstleister dazu auf, ihre Investitionen an die Erfüllung grundlegender Sozial-Standards, wie z.B. Menschen- und Arbeitsrechte, Gesundheit und Sicherheit, Armutsbekämpfung sowie Bildung, zu binden. Sie sollten dementsprechend nicht in Unternehmen investieren, die in die Waffenherstellung oder in wenig ökologische Projekte wie die - und Ölförderung involviert sind und gegen fundamentale Arbeits- und Menschenrechte verstoßen. [6] Report Facing Finance

Der Bericht wurde anlässlich des internationalen Tags der Menschenrechte am Montag in Berlin vorgestellt und ist über die Facing Finance Webseite auf Englisch und als gekürzte Fassung auf Deutsch erhältlich.

Fußnoten (Hinweise, Quellen, Links)[+]

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