18-jähriges Awá-Mädchen ermordet aufgefunden

Vergangenen Mittwoch wurde im kolumbianischen Bezirk Barbacoas ein 18-jähriges Mädchen tot aufgefunden. Das Opfer, Rosa Nastuacas, gehörte zur Gemeinde der Awá-Indianer. Sie wurde im Morgengrauen leblos am Straßenrand entdeckt, ermordet durch einen Schuss aus einer Feuerwaffe. Genauere Einzelheiten der Tat sind bislang noch nicht bekannt.

Obwohl die zuständigen Behörden mehrmals von der Gemeinde der Awá aufgefordert wurden, den Leichnam des Mädchens zu bergen, weigerten sich diese aus Sicherheitsgründen, so zumindest deren Angaben. Rosa lag noch weitere acht Stunden am Straßenrand, bevor sie schließlich durch die Awá selbst abgeholt und der Bundespolizei übergeben wurde. Angeblich wurde die Leiche immer noch nicht an die medizinische Abteilung weitergeleitet, welche die notwendigen Untersuchungen in Mordfällen durchführt.

Obwohl die Hintergründe dieser schrecklichen Tat noch nicht geklärt sind, wird die verzweifelte Situation der Awá-Indianer in erneut deutlich:

Immer noch kommt es zu gewalttätigen Übergriffen gegen die Indigenen, obwohl ihnen von Seiten der Regierung schon längst Schutz und die Wahrung ihrer Rechte zugesagt wurden. Bei den Tätern handelt es sich teilweise um Rebellen, die in den Awá-Schutzgebieten Zuflucht suchen [1]Earthlink-Artikel: Auseinandersetzung zwischen Rebellen und Regierung zwingen Awá zur Umsiedlung, um Mitarbeiter von Bergbauunternehmen, die im Awá-Gebiet illegal abbauen [2]Earthlink-Artikel: Awá vertreiben Bergbaubetrieb und sogar um Angehörige der kolumbianischen Armee [3]Earthlink-Artikel: Übergriffe der kolumbianische Armee gegen Awá, die u.a. zum Schutz der Awá in die entsprechenden Gebiete entsandt wurden.

Zusätzlich scheinen sich die kolumbianischen Behörden weitestgehend nicht darum zu scheren, was mit den Awá passiert, wie das Verhalten der Polizei in diesem Fall wieder einmal veranschaulicht.

Der Umgang mit indigenen Völkern in Kolumbien ist schon seit längerem ein kontroverses Thema. Gemäß eines Berichts der UNHCR sind mindestens 34 Völker durch die anhaltende Gewalt in ihrer Existenz bedroht. Die Zahl der Morde an kolumbianischen Indigenen sei in den letzten Jahren rapide angestiegen und der Anteil der Indigenen an Kolumbiens Binnenflüchtlingen habe sich ebenfalls vergrößert. [4]Wikipedia zu Kolumbien – Landflucht und Vertreibung

Obwohl den Indianervölkern Kolumbiens von seiten der Regierung über 560 resguardos (Schutzgebiete) zugestanden wurden [5]Wikipedia zu Indigenous peoples in Colombia, lässt die Gewährung ihrer Sicherheit und ihrer Rechte noch einiges zu wünschen übrig.

 

 

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