Awá fällen vernichtendes Urteil über kolumbianische Regierung

Das „Minga Humanitaria por la Vida y la Dignidad del Pueblo Indígena Awá“ – eine Art Think-Tank, in dem engagierte Stammesmitglieder regelmäßig zusammenkommen, um gemeinsam über die Zukunft ihres Volkes zu beraten – neigt sich nach 44 Tagen nun allmählich wieder seinem Ende zu. Doch bereits jetzt konnte eine Zwischenbilanz gezogen werden: die kolumbianische Regierung unter Juan Manuel Santos zeigte sowohl auf nationaler als auch auf kommunaler Ebene eine beispielslose und „historische“ Ignoranz gegenüber den Belangen der Ureinwohner. Trotz gegenläufiger Versprechen und trotz sogar bereits erzielter Abkommen, wird ihnen effektiver Schutz und Hilfe weiterhin versagt. Die UNIPA, eine Interessensvertretung der Awá-Indianer, lud wiederholt Regierungsvertreter ein, dem Treffen beizuwohnen, um gemeinsam nach Lösungen der verschiedenen Problematiken zu suchen – bisher ohne Erfolg. Jetzt droht der Stamm damit, von nun an für den Schutz, die Sicherheit und die Autonomie seines Lebensraums selbst zu sorgen.

Die Awá sind ein indigenes Volk, welches in 20 Reservaten im kolumbianischen - eine der artenreichsten Gegenden der Welt – beheimatet ist. Ihre traditionelle Lebensweise im Einklang mit der Natur und ihre einzigartige Kultur versuchen sie zwar vor den Einflüssen von Außen zu bewahren, doch bereiten sie ihre auch gleichzeitig auf die Welt außerhalb ihres Territoriums vor, da ihnen durchaus bewusst ist, dass sich die Welt täglich mehr und mehr mit der ihren verzahnt. Doch ihre grundlegende Existenz wird zunehmend von gleich mehreren Seiten bedroht. Den bürgerkriegsähnlichen Konflikten zwischen FARC-Rebellen und Armee fallen immer wieder Awá-Indianer zum Opfer. , die sich mit dem illegalen Abbau von Rohstoffen in den Schutzgebieten bereichern wollen, werden mit Gewaltverbrechen gegen die Ureinwohner Kolumbiens in Verbindung gebracht. Und auch der von den USA initiierte Drogenkrieg zeigt zunehmend seine hässliche Seite: regelmäßig werden große Flächen des Regenwaldes mit dem Herbizid „Glyphosat“ besprüht, eigentlich um Coca-Plantagen zu vernichten. Das Entlaubungsmittel vergiftet aber auch die Trinkwasserbrunnen und Felder in den Reservaten. Geradezu wöchentlich appelliert UNIPA an die kolumbianische Regierung, endlich etwas zu unternehmen, doch die Hilferufe verhallen – wie oben erwähnt – ungehört.

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Über Fritz / earthlink

Ich bin 23 Jahre alt und studiere Politikwissenschaft und Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Zwecks Berufsorientierung absolviere ich gerade ein 6-wöchiges Praktikum bei Earthlink e.V.
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