Filmtipp: Landraub – eine neue Form des Kolonialismus

„Kaufen Sie Land. Es wird keines mehr gemacht.“ So ein Zitat von Mark Twain, das hochaktuell erscheint. Damit beginnt die Dokumentation „“ unter der Regie von Kurt Langbein. Der Film handelt vom Ausverkauf des Bodens und von der Ausbeutung landwirtschaftlicher Nutzflächen in Entwicklungsländern zugunsten der wohlhabenden Industriestaaten. Kinostart ist in am 8. Oktober 2015. [1] Landraub: Der Film- Synopsis – zuletzt aufgerufen am 7.10.2015

Landgrabbing bezeichnet die Einnahme von großen Landflächen in Entwicklungsländern durch ausländische . Land ist dank seines Realwerts eine sichere Anlagemöglichkeit: Durch die steigende Weltbevölkerung und die daraus resultierende Lebensmittelknappheit können daraus immer höhere Gewinne erzielt werden. Die Lebensmittel werden aber meist für den Export produziert – der Bevölkerung wird also nicht nur das Land, auf dem sie seit Generationen leben, geraubt, sondern auch die Lebensgrundlage entzogen. Viele Regierungen unterstützen die ausländischen . Allerdings profitieren vom Landkauf meist nur lokale Eliten und die Korruption wächst angesichts der hohen Geldsummen, die fließen.

Außerdem wird die Umwelt durch die Übernutzung der Böden, die sich wesentlich von den traditionellen Anbaumaßnahmen unterscheidet, oft massiv geschädigt. Durch die extensive Benutzung steigt auch der Wasserverbrauch – in Ländern, in denen Wasser von vornherein knapp ist. [2] Lexikon der Nachhaltigkeit: Landraub- Wie gehen Investoren damit um? – zuletzt aufgerufen am 7.10.2015 [3] Zeit Online: Wie reiche Investoren die Ressourcen Afrikas zu Geld machten – zuletzt aufgerufen am 7.10.2015

Die Dimensionen sind enorm – eine Fläche halb so groß wie wurde aufgekauft, von denen Bauern und indigene Völker vertrieben wurden. Auf diesen Flächen wird dann für die Märkte der wohlhabenden Länder produziert, was die Lebensmittelsicherheit und Selbstbestimmung der ansässigen Bevölkerung massiv beeinträchtigt.
Der Film geht sowohl auf die Opfer der Landkäufe als auch auf die Investoren ein. Während die eine Seite von Vertreibung, Versklavung und dem Verlust der wirtschaftlichen Grundlagen berichtet, wird auf der anderen von gesunden Wirtschaften, Sicherung der Nahrungsversorgung und Wohlstand für alle gesprochen. Diese konträren Lebenswelten sollen porträtiert werden und dem Zuschauer Raum geben, sich seine eigenen Gedanken zu machen.

Verbindungen zu den Lebenswelten des Zuschauers werden geknüpft: Es sind Programme der , die zu Mega-Plantagen für die Biosprit-Erzeugung und zur Zuckerproduktion führen. Und es sind Entwicklungshilfe-Gelder aus Österreich, mit denen Super-Reiche ihre Investitionen absichern.

Die Dokumentation ist aufwühlend und macht nachdenklich. Sie soll zum aktiven Tun animieren, um den Widerstand gegen „Landgrabbing“ kräftiger und lauter zu machen.

Landraub soll betroffen machen. Die Rahmenbedingungen aus unseren wohlhabenden Ländern bilden die Basis für diese neue Form des Kolonialismus – und diese Rahmen können wir gestalten. [4] Landraub: Der Film- Synopsis – zuletzt aufgerufen am 7.10.2015

Fußnoten (Hinweise, Quellen, Links)[+]

Über hannah / earthlink

Hallo da draußen, im Jahr 2015/16 begleit ich earthlink als Bundesfreiwillige. Neben Recherchearbeiten und dem Schreiben von Artikeln gehört auch das Blumengießen zu meinen speziellen Befähigungen. Auf euch als Interessenten, Sympathisanten und Diskutanten von earthlink frei i mi!
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